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Lebenslauf für den Quereinstieg in eine neue Branche

Beim Quereinstieg zählt weniger der bisherige Berufstitel als die Frage, welche Fähigkeiten aus dem alten Beruf in der neuen Branche gebraucht werden.

Ein Lebenslauf für den Quereinstieg funktioniert anders als eine geradlinige Berufslaufbahn. Die Aufgabe besteht darin, aus den bisherigen Stationen genau die Elemente herauszuarbeiten, die in der Zielbranche gebraucht werden, und diese sichtbar nach vorne zu holen. Wer aus dem Einzelhandel in die Personalabteilung eines Unternehmens wechseln möchte, sollte bei der bisherigen Stelle vor allem die Mitarbeitereinteilung, die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen oder die Kommunikation mit dem Betriebsrat in den Vordergrund stellen, falls solche Aufgaben vorkamen, und die Warenpräsentation eher knapp halten.

Bei den Formulierungen zu jeder Station hilft ein Perspektivwechsel: Statt der Berufsbezeichnung aus der alten Branche steht die Tätigkeit selbst im Vordergrund, beschrieben mit Begriffen, die in der neuen Branche gebräuchlich sind. Aus Schichtleitung in der Gastronomie wird so Personalverantwortung für ein Team von zehn Mitarbeitenden, aus Kassenabrechnung wird kaufmännische Abwicklung und Kontrolle von Tagesabschlüssen. Diese Übersetzung beschönigt nichts. Sie macht sichtbar, was ohnehin geleistet wurde.

Weiterbildungen, die gezielt für den Wechsel absolviert wurden, gehören prominent in den Lebenslauf, auch wenn sie noch laufen. Eine IHK-Zertifizierung, ein berufsbegleitender Lehrgang oder ein Fernstudium mit Bezug zur neuen Branche zeigen, dass der Wechsel vorbereitet und nicht spontan ist. Bei laufenden Weiterbildungen reicht die Angabe des voraussichtlichen Abschlussdatums.

Die Reihenfolge im Lebenslauf muss beim Quereinstieg nicht zwingend rein chronologisch sein. Eine vorangestellte Rubrik mit den relevantesten Kenntnissen und Erfahrungen, noch vor dem tabellarischen Werdegang, gibt Personalverantwortlichen sofort die Einordnung, die sonst erst nach mehreren Zeilen entsteht. Diese Rubrik sollte knapp bleiben, drei bis vier Punkte genügen.

Frühere Positionen, die fachlich nichts mit der neuen Branche zu tun haben, müssen im Lebenslauf nicht gekürzt oder versteckt werden. Sie belegen Kontinuität in der Erwerbsbiografie und lassen sich mit knappen Angaben zu Aufgabenbereich und Zeitraum aufführen, während der ausführliche Teil des Lebenslaufs den Stationen mit Bezug zur neuen Branche vorbehalten bleibt. Ein vollständiger, lückenloser Werdegang wirkt insgesamt glaubwürdiger als ein Lebenslauf, der ältere Stationen auslässt, um den Quereinstieg glatter erscheinen zu lassen.

Ein Wechsel der Branche muss im Lebenslauf nicht gerechtfertigt werden, das ist Aufgabe des Anschreibens. Der Lebenslauf soll stattdessen belegen, dass die vorhandenen Fähigkeiten zur neuen Stelle passen. Realistisch ist dabei, dass die erste Position in der neuen Branche oft eine Stufe unterhalb der zuletzt erreichten Verantwortung liegt, weil branchenspezifisches Fachwissen erst aufgebaut werden muss. Das offen zu akzeptieren, erleichtert die Verhandlung über Einstiegsgehalt und Position.

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